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Wenn Architektur leuchtet

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Wenn sich der Herbst über den Bosporus legt, verwandelt sich das The Peninsula Istanbul in eine Bühne zeitgenössischer Kunst. Zwei neue Lichtinstallationen der peruanisch-amerikanischen Künstlerin Grimanesa Amorós lassen die Architektur des Hauses und die kulturelle Geschichte der Stadt neu aufleuchten. Unter dem Titel A Wave of Time eröffnet Amorós ein visuelles Kapitel, das Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verknüpft und das Wasser des Bosporus ebenso reflektiert wie die Bewegung der Menschen, die seit Jahrhunderten hier ankommen und aufbrechen. Die Arbeiten sind Teil von Art in Resonance, der globalen Initiative der Peninsula Hotels, die seit 2019 Künstlerinnen und Künstler an den weltweiten Standorten einlädt, ortsspezifische Werke zu schaffen und so den Dialog zwischen Gastlichkeit und Kunst zu erweitern.

Die erste Installation, PASSAGE, wurde im historischen Uhrenturm des Hotels realisiert, einem Gebäude, das einst als Terminal für Fährschiffe diente. Die Skulptur aus Licht zeichnet Pfade, die an den Rhythmus menschlicher Schritte erinnern, an Abreisen und Heimkehr, an die emotionale Aufladung eines Ortes, der lange Zeit das Tor zur Stadt war. Das Zusammenspiel von denkmalgeschützter Architektur und digitaler Formensprache schafft einen Spannungsbogen, der die Besucher einlädt, den Raum in neuer Intensität wahrzunehmen. Vom Bosporus aus sichtbar, wirkt PASSAGE zugleich wie ein Geschenk an die Bewohner der Stadt, eine leuchtende Markierung inmitten des abendlichen Treibens.

Eine weitere Arbeit, MARITIME, befindet sich im Inneren des Hauses, in der Lobby. Hier schwebt eine Konstruktion, die in abstrahierter Form an ein Schiff erinnert. In ihrem poetischen Gestus verweist sie auf die maritime Geschichte Istanbuls, auf die Rolle des Meeres als Verbindungslinie zwischen Kulturen, als Bühne für Handel, Begegnungen und Erzählungen. Das Werk lädt ein, über die physischen und symbolischen Dimensionen von Reisen nachzudenken, über die Spuren, die sie hinterlassen, und die Brücken, die sie schlagen.

Amorós, die in Peru geboren wurde und in New York lebt, hat ihre Arbeiten weltweit gezeigt, unter anderem im Ludwig Museum in Köln und an der Central Academy of Fine Arts in Shanghai. Ihr Medium ist das Licht, das sie seit einer prägenden Erfahrung mit den Nordlichtern in Island als zentrales künstlerisches Material begreift. Licht überschreitet Grenzen, so beschreibt sie es selbst, es verbindet Menschen unabhängig von Herkunft oder Sprache. Für sie ist ein Werk erst dann vollständig, wenn Betrachter, Raum und Skulptur zusammenfinden und einen gemeinsamen Moment erzeugen.

Die Präsentation fällt mit der 20. Contemporary Istanbul zusammen – die wichtigste Messe für zeitgenössische Kunst in der Türkei – und rückt die Werke dadurch ins Zentrum internationaler Aufmerksamkeit. Die Messe gilt als wichtigste Plattform in der Türkei und zieht Sammler, Kuratoren und Künstler aus aller Welt an. In diesem Kontext betont die Partnerschaft zwischen Hotel und Kunstszene den Anspruch, nicht nur Gastlichkeit, sondern auch kulturelle Relevanz zu verkörpern.

Art in Resonance wurde von The Peninsula ins Leben gerufen, um jungen wie etablierten Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit zu geben, ortsspezifische Arbeiten zu entwickeln. Das Programm stellt nicht nur Mittel für Produktion und Ausstellung bereit, sondern versteht sich auch als Einladung an die Gäste, die jeweilige Destination über die Kunst neu zu erfahren. Die Werke sind keine dekorativen Ergänzungen, sondern eigenständige Setzungen, die Räume verwandeln und Geschichten der Städte neu schreiben.

In Istanbul erhält dieses Konzept eine besondere Tiefe. Die Stadt selbst ist ein Palimpsest aus Kulturen, Schichten, Übergängen, ihre Topografie geprägt vom Wasser, das sie umspült. Amorós’ Installationen greifen diese Dynamik auf, ohne sie zu illustrieren. Sie verdichten den historischen Ort zu einem Moment der Reflexion. So wie das Licht im Uhrenturm Erinnerungen an vergangene Abreisen wachruft, öffnet die schwebende Skulptur in der Lobby den Blick auf das Meer als ewigen Resonanzraum.

Für Besucher und Bewohner entsteht damit ein temporäres Erlebnis, das sich zwischen Kunst, Architektur und urbanem Leben entfaltet. Wer den Bosporus entlangfährt oder das Hotel betritt, begegnet nicht nur einer künstlerischen Intervention, sondern einer Einladung, die Stadt durch das Medium des Lichts neu zu betrachten. Bis Ende November sind PASSAGE und MARITIME am Ufer von Karaköy zu sehen – zwei leuchtende Spuren in einer Metropole, die selbst aus Übergängen und Bewegungen besteht. Weitere Informationen unter PENINSULA

VIVA Monaco Redaktion

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