Zeitlosigkeit beginnt oft dort, wo Form, Funktion und kultureller Kontext eine gemeinsame Sprache finden. Die neue Kollektion von Phantom Hands widmet sich genau dieser Schnittstelle – mit der ersten offiziellen Re-Edition ausgewählter Möbelentwürfe des sri-lankischen Architekten Geoffrey Bawa. Entstanden in enger Zusammenarbeit mit dem Geoffrey Bawa Trust umfasst die Kollektion siebzehn Stücke, die zwischen Mitte der 1960er- und 1990er-Jahre konzipiert wurden. Möbel, Leuchten und Alltagsobjekte, die nicht als industrielle Serienprodukte entstanden, sondern aus der architektonischen Praxis heraus – als direkte Reaktion auf Ort, Materialverfügbarkeit und kulturelle Einbettung.


Bawa, international bekannt als Begründer des tropischen Modernismus, gilt bis heute als eine der prägendsten Gestalten der Architekturgeschichte Südasiens. Sein Werk verbindet eine moderne, funktionale Klarheit mit tiefer Verankerung in lokaler Bautradition, ökologischer Achtsamkeit und poetischer Raumauffassung. Diese Haltung übertrug er auch auf seine Möbel, die er meist ohne kommerzielle Absicht entwarf – geprägt von Budgetzwängen, politischen Restriktionen und der Herausforderung, mit bescheidenen Mitteln große Wirkung zu erzielen. Die Entwürfe spiegeln eine intuitive Formensprache, geprägt von handwerklicher Präzision und dem intelligenten Einsatz lokaler Ressourcen. Stühle, Tische, Hocker oder Leuchten aus regionalem Holz, gefertigt mit traditionellen Techniken, strahlen eine formale Ruhe aus, die nicht museal wirkt, sondern bis heute anwendbar und gegenwärtig. Phantom Hands – 2014 in Bangalore gegründet – hat es sich zur Aufgabe gemacht, historische Entwürfe der Moderne mit heutiger Fertigungskultur zu verbinden.






Die Marke arbeitet mit einem Kollektiv aus hochspezialisierten Handwerkern aus verschiedenen Regionen Indiens, deren Wissen sich in jedem Möbelstück widerspiegelt. Der Name Phantom Hands verweist auf die unsichtbaren Hände vergangener Generationen, auf überlieferte Techniken, auf stille Meisterschaft, die sich nicht in Effekten, sondern in Proportion und Ausgewogenheit zeigt. Die Re-Editionen der Bawa-Objekte wurden mit großer Sorgfalt entwickelt, stets in enger Abstimmung mit dem Geoffrey Bawa Trust. Sie umfassen archetypische Sitzmöbel, reduzierte Tische, funktionale Bänke und fein ausbalancierte Leuchten, die Bawas gestalterisches Prinzip verdeutlichen: ein Denken in Beziehung, nicht in Hierarchie. Die Kollektion versteht sich als vielstimmige Komposition aus wiederkehrenden Formen, lokalen Materialien und kultureller Empathie. Mal durchzieht ein Hauch Humor die Konstruktion, mal eine stille Feier der Einfachheit. Jedes Stück besitzt eine spürbare Materialnähe und eine zurückhaltende Eleganz, die sich nie in den Vordergrund drängt, sondern den Raum mit Bedeutung auflädt.



Ergänzt wird die Kollektion durch begleitende Texte, Archivmaterialien und dokumentierte Skizzen, die den Entstehungskontext der Originale sichtbar machen und eine Brücke schlagen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die Re-Editionen stehen exemplarisch für einen Ansatz, der sich nicht dem schnellen Wandel unterwirft, sondern auf langfristige Relevanz setzt – in Qualität, Herkunft und Ästhetik. Sie sind weltweit in ausgewählten Einrichtungshäusern, Concept Stores und Galerien erhältlich – als Einladung, den tropischen Modernismus Geoffrey Bawas nicht nur als architektonisches Vermächtnis zu begreifen, sondern als gelebte Gestaltungsphilosophie, die bis heute nachwirkt und neue Generationen von Designer:innen inspiriert. Weitere Informationen unter PHANTOM HANDS