Es gibt Marken, die sich wandeln, wenn der Markt es verlangt. Und es gibt solche, die den Wandel selbst gestalten. Die MAC Mode GmbH & Co. KGaA aus dem bayerischen Wald/Roßbach gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Was 1973 als Spezialist für Damen- und Herrenhosen begann, ist heute ein Vorreiter für nachhaltige Textilproduktion. Längst geht es bei MAC nicht mehr nur um gute Passformen und modischen Anspruch – sondern um Impact. Um Verantwortung. Und um die große Frage, wie Kleidung entstehen kann, ohne Mensch und Natur auszubeuten.
Seit fünf Jahrzehnten steht MAC für eine klare Haltung: Mode darf nicht auf Kosten von Umwelt und Gesellschaft entstehen. Der wirtschaftliche Erfolg – auch in Krisenjahren wie 2022 – ist dabei kein Selbstzweck, sondern ermöglicht Investitionen in zukunftsfähige Materialien, Prozesse und Partnerschaften. Heute arbeiten rund 500 Mitarbeitende am Hauptsitz, unterstützt von über 3.400 Menschen in Partnerbetrieben – viele davon in jahrzehntelanger Zusammenarbeit. Der MAC-Weg: regional verankert, international vernetzt und wertebasiert.


MAC verfolgt einen ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz, der weit über das hinausgeht, was in der Modebranche oft als „Greenwashing“ kritisiert wird. Der jährliche Impact Report zeigt eindrücklich: Hier geht es nicht um symbolische Einzelprojekte, sondern um eine umfassende Strategie. Von der Verwendung zertifizierter Materialien über chemiefreie Veredelungsprozesse bis hin zu CO2-Einsparungen, Biodiversität am Firmensitz und sozialem Engagement reicht das Spektrum. Das Fundament: eine Unternehmenskultur, die auf Authentizität, Kreativität und Agilität baut.
Bereits heute bestehen nahezu alle MAC-Produkte aus mindestens zwei nachhaltigkeitsrelevanten Komponenten. Baumwolle stammt aus zertifizierten Quellen wie Better CottonTM oder Bioanbau, alternative Fasern wie Hanf, Bambus, Brennnessel oder recycelte Materialien werden gezielt eingesetzt. Auch veganes Apfelleder oder Pilzleder für Patches sind Teil des Materialportfolios. Rund 62 Prozent des gesamten Faserverbrauchs entfallen bereits auf nachhaltige Fasern.


Ein Highlight ist die Entwicklung der „Circular Nettle“ by MAC Jeans. Sie besteht aus einem Mix aus recycelter Baumwolle und Brennnesselfasern, kommt ohne Elasthan aus, nutzt herausdrehbare Knöpfe und verzichtet bewusst auf Metallnieten – damit alle Bestandteile später einfacher recycelt werden können. Die Etiketten? Aus biologisch abbaubarem Apfeltrester. Die Auszeichnung mit dem European Green Award war ein logischer Schritt. Doch das Projekt ist mehr als ein Symbol. Es ist ein Versprechen.
MAC verfolgt mit dem Programm „MAC Jeans for life“ einen radikal zirkulären Ansatz. Getragene Jeans können zurückgegeben und recycelt werden, Reparaturservices und Pflegehinweise verlängern die Lebensdauer der Produkte. Im Mittelpunkt steht dabei nicht der Konsum, sondern die Beziehung zum Produkt. Auch eine kompostierbare Jeans aus Cashmere-Denim wurde bereits als Pilotprojekt umgesetzt.


Dazu gehört auch Transparenz: Der EIM-Score (Environmental Impact Measurement) bewertet Wasch- und Färbeprozesse nach Umweltkriterien. 2023 wurde der Score bereits für 58 Prozent der Jeans ermittelt, Tendenz steigend. Ziel ist der grüne Bereich in allen Kategorien: Wasser, Energie, Chemikalien und Gesundheitsschutz. Ein weiterer Baustein ist die sukzessive Einführung der „Circular Product Principles“, die in der Designphase ansetzen: sortenreine Materialien, herausdrehbare Knöpfe, Verzicht auf Elasthan und Metallnieten, Einsatz biologisch abbaubarer Etiketten. So wird das Recycling erleichtert und der Lebenszyklus einer Hose verlängert. In enger Zusammenarbeit mit Lieferanten entwickelt MAC neue Technologien, die umweltschonenderes Waschen, Färben und Finishing ermöglichen. Dazu gehören etwa Laserbehandlungen, Ozonverfahren und das KITOTEX®-Verfahren. Nachhaltigkeit endet bei MAC nicht an der Werkstückgrenze. Auf dem 70.000 Quadratmeter großen Firmengelände wachsen Blühwiesen, Bienen fliegen zwischen Obstbäumen und Fledermauskästen – ein Biotop, das nicht nur Artenvielfalt fördert, sondern auch Lebensqualität für die Mitarbeiter schafft. Der firmeneigene Ökolehrpfad sensibilisiert für biologische Zusammenhänge, ein Kirschblütenfest verbindet Belegschaft und Region. Der Honig stammt aus den eigenen Bienenstöcken. Auch Wasser ist ein zentrales Thema: Durch den Einsatz von Hanf-, Bambus- und Brennnesselfasern wird der Wasserverbrauch gegenüber konventioneller Baumwolle deutlich gesenkt. Innovative Verede-lungstechniken wie Eco Dye oder Terrafärbung sparen zusätzlich Ressourcen. Recycling-maßnahmen in den Produktionsstätten ermöglichen zudem die Wiederverwertung von Prozesswasser.

Als Arbeitgeber ist MAC für die Region Cham/Regensburg ein zentraler Player. 90 Prozent der Belegschaft sind weiblich, geführt wird mit flachen Hierarchien und Flexibilität. Bildungs-kooperationen, Jobrad-Modelle, eine eigene Rückenschule und betriebseigene Küchen mit gesunder Verpflegung gehören zur Selbstverständlichkeit. Darüber hinaus engagiert sich MAC in sozialen Projekten: Elton John Foundation, FSER e.V., Tafel München e.V., Eagle Wings Foundation, Wilhelm Lorch Stiftung. Neben ökologischer Textilproduktion treibt MAC auch die Digitalisierung voran. Das firmeneigene PLM-System vereinfacht Produktentwicklungen und senkt Material-verbrauch. Eine digitale Orderplattform ersetzt Musterhosen, reduziert Reisen und spart Emis-sionen. In puncto Energie setzt MAC auf eine Photovoltaikanlage am Standort Wald/Roßbach, 41 E-Ladepunkte und eine Fahrzeugflotte mit 70 % E- oder Hybridfahrzeugen. Seit 2020 gibt es das beliebte E-Bike-Leasingprogramm für Mitarbeitende. „Unsere Kunden interessieren sich zuneh-mend für nachhaltige Materialien und hinterfragen soziale Standards“, erklärt ein Modehaus-betreiber aus Süddeutschland. Hinter dem umfassenden Nachhaltigkeitsprogramm steht ein durchdachtes Managementsystem: Ein CSR-Kernteam auf Führungsebene entwickelt Ziele und Maßnahmen, das Projektmanagement-Office (PMO) übernimmt die Umsetzung. Fachabteilungen sind mit sogenannten „Bridge Roles“ eingebunden – sie bringen Nachhaltigkeit in alle Unter-nehmensbereiche. So wird gewährleistet, dass ökologische und soziale Kriterien nicht isoliert, sondern integriert gedacht werden. „Wir müssen schneller, aber auch verbindlicher handeln“, erklärt Christine Degel, CSR-Verantwortliche bei MAC. „Transparenz, klare Standards und die Bereitschaft, gemeinsam mit unseren Partnern neue Wege zu gehen, sind entscheidend.“ Bei all dem bleibt MAC dem Kern seiner Identität treu: Hosen mit perfekter Passform und einem modischen Anspruch, der nicht an Trends klebt, sondern Haltung zeigt. Dass dieser Anspruch mit Nachhaltigkeit vereinbar ist, zeigt MAC nicht nur über Zertifikate oder Awards, sondern vor allem durch ein glaubwürdiges, sichtbares Handeln. Ein Kleidungsstück wird hier nicht als Wegwerfware gedacht, sondern als langlebiger Begleiter. Und die Marke MAC zeigt, dass Transformation möglich ist, ohne die eigenen Wurzeln zu verlieren. Ein nachhaltiger Weg, der Schule machen könnte. Für die Region. Für die Branche. Für eine Mode, die mehr kann als nur gut aussehen.
Die Zukunft fordert MAC weiterhin heraus – mit Themen wie Lieferkettentransparenz, zirkulären Geschäftsmodellen und der Integration neuer Biofasern. Doch das Unternehmen hat bewiesen, dass es Wandel nicht nur mitgeht, sondern gestaltet. Die nächsten Etappen sind bereits skizziert: eine vertiefte Klimabilanz entlang der gesamten Wertschöpfungskette, eine Ausweitung des Rücknahmeprogramms und der nächste Innovationssprung im Bereich kreislauffähiger Produktentwicklung. Eines ist sicher: Der MAC Weg bleibt ambitioniert – und richtungsweisend. Weitere Informationen unter MAC Fotos: © MAC Pr und © Nomi Baumgartl