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Geschichte zum Anbeißen

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In München gibt es Adressen, die mehr sind als bloße Geschäfte, sondern Kapitel einer Stadtgeschichte, die seit Jahrhunderten fortgeschrieben wird, und eine davon heißt Kustermann. Das Haus am Viktualienmarkt hat mehr als 225 Jahre Stadtgeschichte geprägt, Revolutionen, Kriege und Moden gesehen, ohne seinen Charakter zu verlieren. Heute wird dort nicht nur verkauft, sondern inszeniert, verführt, erzählt, und wer die stuckverzierten Räume betritt, merkt sofort, dass Tradition hier nicht im Schaufenster verstaubt, sondern als lebendiges Fundament dient, um Neues zu wagen.

Genau deshalb passt die jüngste Liaison mit der Münchner Käse Manufaktur so gut, denn die jungen Gründer Johannes Klappacher, Franz Stuffer und Sebastian Kreuels haben mitten in Bogenhausen eine transparente Werkstatt für Käse geschaffen, die zeigt, dass Handwerk mehr sein kann als Nostalgie. Wer dort zusieht, wie aus Milch Käse wird, versteht, dass Regionalität nicht bloß ein Etikett ist, sondern harte Arbeit, genaue Standards und eine klare Haltung zum Tierwohl verlangt, angefangen bei muttergebundener Kälberaufzucht bis hin zur Auswahl der Bauern, die genauso stur auf Qualität pochen wie die Käser selbst. Wenn diese Produkte nun bei Kustermann auftauchen, beim Verkostungsabend mit Champagner oder samstags direkt im Haus, dann verschränkt sich städtisches Erbe mit zeitgemäßer Kulinarik auf eine Weise, die zeigt, dass Genuss auch eine kulturelle Praxis ist.

Käse und Champagner stehen dabei nicht nur für Kulinarik, sondern auch für ein Haus, das Begegnung seit jeher ins Zentrum stellt – nach außen für die Gäste, nach innen für die Menschen, die hier arbeiten. Dass viele von ihnen seit Jahrzehnten bleiben, manche sogar ihr halbes Leben, zeigt, dass Loyalität und Verbundenheit hier keine Schlagworte sind, sondern gelebte Realität. Eine Mitarbeiterin verabschiedete sich nach 49 Jahren in den Ruhestand, andere begleiten Stammkundinnen und Stammkunden seit Generationen, was nicht nur an Anekdoten erinnert, sondern auch an eine Kultur, in der Kontinuität etwas wert ist. Gleichzeitig bildet seit 2023 eine neue Generation von Auszubildenden das Fundament der Zukunft, mit Tutorenprogrammen, internationalen Schulungen und allem, was dazugehört, um Talente ernsthaft einzubinden statt sie durchs Lager zu scheuchen. Ausgerechnet ein abgebrochener Azubi fand hier eine zweite Chance und arbeitet inzwischen als Logistikmeister – eine Geschichte, die zeigt, dass Karrieren nicht immer geradlinig verlaufen müssen. Dazu kommen Arbeitsbedingungen, die in dieser Branche keineswegs selbstverständlich sind, von 36 Urlaubstagen bis zu einer betrieblichen Krankenversicherung, und eine Verwaltung, die an den stressigen Weihnachtssamstagen selbst mit ins Verkaufsgeschäft geht, statt Anweisungen vom Büro aus zu geben. Inklusion wird nicht als PR-Gag betrieben, sondern gelebt, drei gehörlose Kollegen gehören selbstverständlich zum Team und dirigieren beim Sommerfest auch mal die Polonaise, während andere den Champagner einschenken.

Gleichzeitig bleibt das Haus über enge Partnerschaften mit Marken wie Güde, Wüsthof oder Rosenthal tief in der internationalen Design- und Küchenwelt vernetzt, nicht um damit zu prahlen, sondern weil Beratung ohne Fachwissen hohl wäre. Dass parallel Kooperationen mit lokalen Produzenten wie der Münchner Käse Manufaktur entstehen, zeigt, wie sich globaler Anspruch und regionale Verankerung gegenseitig stärken können. Wer also bei Kustermann über den Viktualienmarkt blickt, während im Saal die Champagnerkorken knallen und handgeschöpfter Käse auf schweren Holzbrettern liegt, erlebt ein Stück Stadtgeschichte im Live-Modus, wo Tradition, Genuss und Arbeitskultur nicht getrennt nebeneinander existieren, sondern in ein lebendiges Ganzes übergehen, das München auf seine eigene Art erzählt. Weitere Informationen unter Kustermann und Münchner Käse Manufaktur

VIVA Monaco Redaktion

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