In der Reichenbachstraße 35 gibt es Neues zu entdecken: Saskia Diez, eine der profiliertesten Schmuckdesignerinnen des Landes, hat dort ihr neues Ladenatelier eröffnet. Der Standortwechsel aus der Geyerstraße, wo sich das frühere Atelier eher zurückgezogen präsentierte, markiert einen sichtbaren Wandel. Statt versteckt im Hinterhof liegt das neue Studio nun mitten im Glockenbachviertel, mit einem Schaufenster, das unmittelbar Einblick in eine klare, moderne Formsprache gewährt. Die Schmuckstücke, für die Saskia Diez bekannt ist, wirken nicht laut, sondern bewusst zurückhaltend – sie spielen mit Reduktion, setzen auf Materialgefühl und formen mit feinem Gespür eine eigene Ästhetik, die leise, aber selbstbewusst spricht.


Diez, die nach ihrer Ausbildung zur Goldschmiedin ein Studium im Industriedesign absolvierte, führt ihr Label seit 2005. Seitdem haben ihre Entwürfe internationale Anerkennung gefunden, ihre Kollektionen sind weltweit gefragt. Dabei verfolgt sie einen klaren gestalterischen Anspruch, der nicht dem Zeitgeist hinterherläuft, sondern eine eigenständige Haltung formuliert: Schmuck, der nicht für große Anlässe entworfen ist, sondern den Alltag begleitet – nah am Körper, nah an der Person. Ihre Arbeiten entstehen in einem durchdachten Spannungsfeld zwischen Design und Emotion, sie berühren auf subtile Weise. Es geht nicht allein um Zierde, sondern um ein Gefühl von Zugehörigkeit und Stärke. Viele der Stücke lassen sich individuell kombinieren, manche erweitern sich um modulare Elemente – wie etwa Earcuffs mit ergänzbaren Ketten oder zarte Armreifen, die sich mit anderen Materialien verbinden lassen. Auch grafische Symbole wie kleine Herzen oder Pfeile tauchen immer wieder auf, nie plakativ, sondern als feine Andeutungen, die Bedeutung erzeugen, ohne sie aufzudrängen.


Die Kollektionen, die dabei entstehen, sind vielseitig und offen für alle Geschlechter. Immer mehr Männer entdecken diese Designs für sich – als dezente Alternative zu klassischem Herrenschmuck, als Ausdruck von Individualität jenseits starrer Kategorien. Das neue Ladenatelier bietet den passenden Rahmen für diese Offenheit. Kein glatter Verkaufsraum, sondern ein Ort, der wie eine Erweiterung des kreativen Prozesses wirkt: ruhig, durchdacht, in seiner Zurückhaltung wirkungsvoll. Wer den Raum betritt, findet keine Inszenierung, sondern eine Einladung zum Entdecken.


Das Publikum ist entsprechend vielfältig – junge Erwachsene, Designinteressierte, Touristinnen ebenso wie Nachbarinnen aus dem Viertel. Der neue Ort steht nicht nur für eine erweiterte Sichtbarkeit, sondern auch für eine stärkere Verbindung zur Stadt und zur Straße. Saskia Diez lebt selbst im Glockenbachviertel, die Nähe zur Isar und das gleichzeitige Pulsieren der Stadt prägen ihre Perspektive. Ihre Entwürfe wirken, als hätten sie genau diesen Rhythmus aufgenommen: das sanfte Rauschen, das Understatement, das bewusste Weglassen. In der Reichenbachstraße entsteht so ein Raum, der mehr ist als ein Geschäft. Er ist ein Ausdruck einer Haltung, die Gestaltung nicht als Luxus versteht, sondern als etwas Persönliches, das stärkt, begleitet und sichtbar macht, was sonst oft übersehen wird. Schmuck als Sprache – leise, aber präzise. Und genau das macht diesen Ort so besonders. Weitere Informationen unter SASKIA DIEZ. Fotos © Nadia Cortollesi © Sigrid Reinichs