Hollywood-Ikone, Pariserin aus Überzeugung

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Exklusiv für PORTER spricht Natalie Portman über die Kunst, im Rampenlicht erwachsen zu werden, über neue Rollen, alte Freundschaften, die Bedeutung von Diskretion – und darüber, warum Paris ihr der liebste Rückzugsort geworden ist. Kaum eine andere Schauspielerin ihrer Generation verkörpert den Spagat zwischen öffentlichem Leben und privater Integrität so souverän wie sie.

Seit ihrem Durchbruch mit „Léon – Der Profi“ im Alter von nur dreizehn Jahren gehört sie zur ersten Riege Hollywoods, doch das Rampenlicht hat ihr nie die Fähigkeit genommen, mit klarem Blick auf ihre Karriere und die Welt zu blicken. Heute lebt sie mit ihren Kindern in Paris – einer Stadt, die sie wegen ihrer kulturellen Dichte, ihrer Erziehungstradition und ihrer zurückhaltenden Art zu lieben gelernt hat. Die amerikanische Schauspielerin, vielfache Preisträgerin und studierte Psychologin beschreibt das Leben in der französischen Hauptstadt als stimulierend, voller Kunst, Musik und Begegnungen – ein Ort, an dem selbst der Alltag ein gewisses Maß an Eleganz und geistiger Herausforderung mit sich bringt.

Auch die Pariser Mentalität, die oft als kühl beschrieben wird, empfindet sie als wohltuend ehrlich, solange man den sozialen Codes gerecht wird. Ihre Kinder, so erzählt sie im Gespräch mit PORTER, lernen hier einen respektvollen, kultivierten Umgang mit Menschen, der in ihrer Heimat selten so selbstverständlich erscheint. Gleichzeitig verweist sie auf die Vielfalt westlicher Kulturen und betont, dass Globalisierung nicht zwangsläufig zur kulturellen Gleichförmigkeit führt. In Guy Ritchies neuem Film „Fountain of Youth“ übernimmt sie die Rolle der Charlotte Purdue, einer klugen und entschlossenen Frau an der Seite eines charmanten Kunstdiebs. Drehorte wie Bangkok, Wien und Kairo boten nicht nur visuell spannende Kulissen, sondern ermöglichten ihr auch persönliche Entdeckungen – etwa ihre neue Begeisterung für die Wiener Kunstszene oder den Besuch der ägyptischen Pyramiden, die sie seit ihrer Kindheit faszinieren. Der Film steht in einem spannenden Kontrast zu Portmans jüngeren Projekten, etwa dem Drama „May December“, das sie mit ihrer Pariser Kollegin Sophie Mas produzierte. Dort spielt sie eine Schauspielerin, die sich gefährlich nah an das Leben ihrer Figur herantastet, bis die Grenze zwischen Spiel und Realität zu verschwimmen beginnt. Die psychologische Tiefe dieser Rolle scheint Portman ebenso zu reizen wie die moralischen Fragen, die damit einhergehen – nicht zuletzt, weil ihre eigene Karriere mit einem Film begann, der ähnliche Diskussionen auslöste. Als Kinderdarstellerin wurde sie früh sexualisiert und zur Projektionsfläche gemacht, doch rückblickend empfindet sie Dankbarkeit dafür, dass sie unbeschadet durch diese Phase gegangen ist. Gleichwohl ist ihr bewusst, dass dies nicht allen jungen Schauspielerinnen vergönnt ist.

Das Erwachsenwerden im Scheinwerferlicht sei ein Prozess, der einen oft viel früher in die Rolle der erwachsenen Frau zwinge, als es die Realität eigentlich zulasse. Heute setzt sie sich dafür ein, dass junge Talente mehr Schutz und Reflexionsräume erhalten. In einer Branche, in der nach wie vor patriarchale Strukturen herrschen, ist Portmans Haltung bemerkenswert klar: Veränderungen brauchen Zeit, Rückschläge seien unvermeidlich, doch der Wandel sei unumkehrbar. Ihre eigenen Erfahrungen haben sie gelehrt, dass man sich als Frau nicht alles abverlangen darf. Statt ständiger Selbstoptimierung brauche es Räume für Erholung, Fehlerfreundlichkeit und eine gewisse Gelassenheit. Imperfektion sei keine Schwäche, sondern eine Form von innerer Stärke. In Paris, wo Diskretion als Tugend gilt, findet Portman einen Rückzugsort, der ihr erlaubt, jenseits des Celebrity-Rummels zu leben. Auch wenn ihr Name gelegentlich durch die Schlagzeilen geistert – etwa im Zuge ihrer Scheidung vom französischen Choreografen Benjamin Millepied – bleibt sie in der Öffentlichkeit zurückhaltend. Als Rihanna sie bei einer Modenschau überschwänglich lobte, sei das zwar unerwartet gewesen, aber genau die richtige Geste im richtigen Moment gewesen. Portman weiß um den Zwiespalt zwischen öffentlicher Wahrnehmung und privatem Selbst, begegnet ihm jedoch mit Humor und Intelligenz. So zitiert sie nicht nur kluge Lebensweisheiten, sondern reflektiert auch über eigene Filme wie „Your Highness“ oder „No Strings Attached“, deren Nachhall sie erst Jahre später erkennt. Für sie liegt die Schönheit einer langen Karriere genau darin – in der Unvorhersehbarkeit der Reaktionen und der Vielfältigkeit der Erinnerungen. Wenn sie über das Älterwerden spricht, tut sie das mit einer bewundernswerten Ruhe. Es sei cool, sagt sie, vor allem wegen der Freundschaften, die über Jahrzehnte gewachsen sind. Menschen, denen man sein Leben anvertraut, die einen auffangen und zum Lachen bringen – das sei wahres Glück. Und mit dieser Mischung aus Leichtigkeit, Ernsthaftigkeit und einem sicheren Gespür für das Wesentliche gelingt es Natalie Portman, selbst nach über drei Jahrzehnten Filmkarriere neue Facetten zu zeigen – und dabei authentisch zu bleiben. Weitere Informationen unter PORTER

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