Das FILMFEST MÜNCHEN verwandelt die bayerische Landeshauptstadt einmal mehr in ein pulsierendes Zentrum der Filmkultur. Vom 28. Juni bis zum 7. Juli 2024 webt das Filmfest ein dichtes Netzwerk aus langjährigen Kooperationen und frischen Partnerschaften, das von renommierten Theaterhäusern bis hin zu hippen Clubs und subkulturellen Zentren reicht.
Mit besonderem Augenmerk auf Kanada, hat das FILMFEST MÜNCHEN die Ehre, beim diesjährigen CineCoPro Conference das nordamerikanische Land als Gastland zu präsentieren. Ganz im Sinne der kulturellen Vielfalt zeigt das Festival insgesamt zehn kanadische Spiel- und Dokumentarfilme, die das vielfältige Wesen der kanadischen Filmproduktion unterstreichen. Um den Austausch zu fördern, werden FilmTalks angeboten, bei denen sich Experten und Publikum begegnen können. Diese Veranstaltung wird großzügig vom FFF Bayern, Telefilm Canada, der kanadischen Botschaft in Berlin und dem Creative Europe Desk München unterstützt.
Das Festivalzentrum befindet sich dabei erneut im Amerikahaus im Kunstareal – dem Herz dieses filmischen Großereignisses. Das 41. FILMFEST MÜNCHEN ist ein buntes Kaleidoskop verschiedenster kultureller Einflüsse, das die gesamte Stadt in eine lebendige Filmmetropole verwandelt und sowohl alte wie neue Besucher gleichermaßen begeistert. Hier die Programmzeitung, weiterführende Informationen unter https://www.filmfest-muenchen.de/

© FILMFEST MÜNCHEN / Bernhard Schmidt
Ein weiteres Highlight ist die nun bereits fünfte Zusammenarbeit mit dem Museum Brandhorst, die die Undergroundkultur des New Yorks der 80er Jahre zelebriert. Passend zur Ausstellung „Andy Warhol & Keith Haring. Party of Life” wird im Medienraum des Museums ein besonderer Fokus auf die Werke der Videokünstler Courtney Harmel und Tom Rubnitz gelegt. Diese Präsentation lässt die Besucher in das kreative Chaos und die lebendige queere Kultur des lokalen East Village eintauchen, die zwischen TV-Besessenheit, Nachtleben und der Aids-Epidemie florierte.
Zusätzlich werden in Zusammenarbeit mit dem Museum Brandhorst drei Filme in der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München gezeigt. Diese sind „Variety“ (1983), ein feministisches Meisterwerk des US-amerikanischen Undergroundfilms, „Wild Style“ (1982), ein bedeutendes Zeitdokument über Hip-Hop und Graffiti, sowie „Downtown 81“ (1981), eine filmische Reise durch die Lower East Side von New York.
Vom 2. Juli bis zum 8. September öffnet das Deutsche Theatermuseum seine Türen für eine ganz besondere Ausstellung: „Through her Lens – Photographs by Jessica Lange”. Die CineMerit-Preisträgerin von 2024 zeigt dort eine intime Auswahl ihrer Schwarz-Weiß-Fotografien, gesammelt aus ihren letzten beiden Fotobüchern „Highway 61“ (2019) und „Dérive“ (2023). Diese Werke spiegeln emotionale Echos aus verschiedenen Schaffensphasen der Künstlerin wider und gewähren tiefe Einblicke in ihr fotografisches Auge.
Film und Theater verschmelzen in einer einzigartigen Weltpremiere des Science-Fiction-Filmprojekts „Planet Magnon“, das in Kooperation mit den Münchner Kammerspielen realisiert wird. Regisseur Luis August Krawen adaptiert Leif Randts Roman in einen visuell atemberaubenden Theaterfilm, präsentiert vom Ensemble der Münchner Kammerspiele. Tickets sind direkt bei den Kammerspielen erhältlich, und diese Premiere verspricht ein künstlerisches Feuerwerk zu werden.
Ein weiterer Höhepunkt ist die Hommage an den iranischen Filmemacher Sohrab Shahid Saless. Am 2. Juli wird im NS-Dokumentationszentrum eine Diskussionsrunde unter dem Titel „Stunde Null. Sohrab Shahid Saless und der Blick von außen“ stattfinden. Namhafte Experten wie Dr. Behrang Samsami und Prof. Dr. Daniel Wiegand werden, moderiert von Sapir von Abel, über das Werk und die Perspektive des Filmemachers diskutieren. Zuvor wird der Film „Empfänger Unbekannt“ (1983) im Auditorium gezeigt.
Das FILMFEST MÜNCHEN würdigt auch den legendären Filmjournalisten Michael Althen, indem es seine private VHS-Sammlung unter dem Titel „Was muss bleiben“ im Pavillon 333 präsentiert. Zwischen den 80er Jahren und den frühen 2000ern zeichnete Althen über 5500 Filme auf VHS auf – von Klassikern über B-Movies bis hin zu persönlichen Favoriten und speziellen Events. Sein Sohn Artur Althen und Sophie Mühe durchforsten diese umfangreiche Sammlung von unvergessenen Filmen und verborgenen Perlen. Am 2. Juli sprechen Artur Althen, der Regisseur Dominik Graf und die Kritikerin Doris Kuhn über das Sammeln und die Erinnerungskultur.
Das Café Mona in der Monacensia ist auch diesmal wieder ein bedeutender Anlaufpunkt des FILMFEST MÜNCHEN. Am 4. Juli ist es Gastgeber für ein junges Publikum, das einen Tag voller Filmvorführungen, Workshops und Konzerte genießen kann. Am Abend desselben Tages bringt Karaoke Bayern in der Bar Goldener Reiter frischen Wind in das Karaoke-Genre und verknüpft Musik auf kreative Weise mit Film.
Fotos: © Bojan Ritan, © Bernhard Schmidt