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INTO THE WILD

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THE WILD
Wie funktioniert eigentlich ein Rüssel? Das Elefantenbaby direkt vor meiner Nase probiert, was alles geht: saugen, pusten, planschen – oder einfach lustig in der Luft schlenkern. Seine Großfamilie kämpft derweil um die besten Plätze an der „Champagnerbar“ – ein kleines Naturbecken mit besonders frischem Wasser. Ich beobachte die Szene aus einem getarnten Bunker im Linyanti-Wildnisgebiet im Norden Botswanas. Nur schmale Fenster trennen mich von den Dickhäutern. An meiner Seite: Cilas, mein Guide. Seit 20 Jahren führt er Gäste durch die Wildnis, kennt jedes Geräusch, jede Spur. Sechs Tage lang begleitet er mich durch drei Regionen Botswanas, chauffiert den Landrover, füllt meine Wasserflasche, beantwortet jede Frage, holt mich morgens um 6.30 Uhr ab zum Game Drive, bringt mich abends zurück – als Bodyguard vor Elefanten, Löwen, Nilpferden. Ob er eine Waffe hat? Nein, nur eine starke Taschenlampe und das Wissen, wie man sich verhält. Taucht etwa ein Löwe auf, heißt es: nicht panisch wegrennen, ruhig bleiben, dem Tier tief in die Augen sehen, langsam rückwärts gehen. Alles klar.

Zwei Game Drives machen wir pro Tag. Morgens zum Sonnenaufgang, nachmittags zum Sonnenuntergang. Jede Sekunde ist voller Magie: Impalas hüpfen durchs Gras, Nilpferde dümpeln in den Flussläufen, Zebras und Gnus kreuzen unseren Weg, Paviane turnen im Geäst, Fischadler steigen hoch in den Himmel. Immer wieder hält Cilas an, zeigt mir Spuren im Sand, deutet auf Bewegungen am Horizont. So entdecken wir Leoparden, Löwen, Hyänen, Schakale – und schließlich sogar die bedrohten Afrikanischen Wildhunde mit acht Babys. Schon an den ersten beiden Tagen sehe ich Tiere wie Sand am Meer. Drei Gebiete lerne ich kennen. Zuerst die Linyanti-Region im Norden Botswanas an der Grenze zu Namibia, ein privates Schutzgebiet am Linyanti-Fluss, geprägt von Auen, Überflutungsflächen, Grasflächen und Mopane-Wäldern. Die zwei Nächte im Wilderness King’s Pool direkt am Fluss bringen mich Nilpferden ganz nah. Abends an der Feuerschale sitzend können wir sie gut beobachten.

Zum nächsten Camp in der Mababe-Region bringt uns ein Helikopter. Wilderness Mokete gleicht einer Raumstation: neun Zelte, weit verstreut, umgeben von absoluter Stille. Leoparden, Schakale, Störche in Schwarz-Rot-Gold und viele andere Tiere erwarten uns in dieser abgelegenen Region. Ein wenig Angst habe ich vor einer riesigen Büffelherde. Die aber prescht nur Staub aufwühlend an uns vorbei. „Wir nennen die Büffel Banker“, sagt Cilas. „Weil sie gucken, als ob wir ihnen Geld schulden.“ Im Dorf Mababe erfahren wir Details über Bildung und medizinische Versorgung. Wir sprechen mit Grace, die Elefantenfleisch trocknet, und der Dorfältesten, die ihr Alter schätzt: „70, vielleicht 75.“ Noch einmal steigen wir in den Heli, um das dritte Camp zu erreichen: Wilderness Tubu Tree auf der Hunda-Insel im Herzen des Okavango Deltas. Wir fliegen mit Pilot Alex über das mit aktuell (Trockenzeit!) rund 16.000 Quadratkilometern größte Binnendelta der Welt. Hier entdeckt man Wasseradern und Seen, die in der Sonne glitzern, Inseln, Palmen, Elefanten, Impalas, Nilpferde, Zebras, ein paar Straßen für Selbstfahrer auf der Suche nach ihrem ganz persönlichen Abenteuer. Auch das Tubu Tree Camp ist auf Holzpfählen errichtet. Die Tierwelt ist wieder fantastisch: Strauße, Elefanten, Impalas, Giraffen, Nilpferde, Hornvögel, Kudus und eine Gruppe jugendlicher Löwen, die träge im Schatten chillen. Zum Finale der Reise werde ich im Mokoro, dem traditionellen Einbaumboot, in himmlischer Ruhe durch einen glasklaren Fluss gestakt.

Voller Demut verlasse ich Botswana. Und mit gutem Gewissen, denn als Gast von Wilderness unterstütze ich nachhaltige Konzepte wie Solarenergie, no plastic und Abwasseraufbereitung in Camps, die nach Vertragsende spurlos rückgebaut werden können – sowie das Programm „Children in the Wilderness“, das Kindern Umwelt- und Lebenskompetenzen vermittelt.
wildernessdestinations.com Buchung: → abendsonneafrika.de

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