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45 Jahre On Air

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Es gibt Stimmen, die ein Lebensgefühl prägen, und Fritz Egner gehört zu jenen seltenen Persönlichkeiten, deren Klang über Jahrzehnte hinweg vertraut bleibt. Seit Ende der 1970er-Jahre begleitet er Generationen durch Radiostunden, Musikshows und Fernsehmomente, immer mit dieser besonderen Mischung aus Humor, Leichtigkeit und unerschütterlicher Neugier. Sein Buch Mein Leben zwischen Rhythm & Blues blickt auf diese Zeit zurück – auf einen Weg, der in den frühen 1970er-Jahren beim amerikanischen Soldatensender AFN Munich begann, wo Egner als junger Studiotechniker lernte, wie Musik klingt, wenn sie nicht nur gesendet, sondern gelebt wird. Vinyl, Bandmaschinen, spontane Entscheidungen und der direkte Kontakt zu einer internationalen Musikkultur wurden für ihn zur Schule des Hörens. 1979 wechselte er zu Bayern 3, wo Formate wie „Fritz & Hits“ oder „Pop nach 8“ zu festen Ritualen wurden. Parallel vertiefte seine Tätigkeit bei Warner Brothers Music Publishing den Blick auf die globale Musikszene und die Geschichten hinter den Songs.

In seinem Buch schildert Egner diese Jahre nicht als nostalgisches Rückschauhalten, sondern als lebendige Reise durch ein Medium, das sich ständig verändert hat. Es geht um Künstlerinnen und Künstler, die Musikgeschichte geschrieben haben – James Brown, Madonna, Mick Jagger, Prince oder Dolly Parton – und um Begegnungen, die bis heute leuchten, weil sie zeigen, wie nah große Namen manchmal rücken können. Egner beschreibt die analogen Radiotage mit feinem Witz und warmem Blick: das Spüren der Platten, das Risiko jeder Livesendung, den Nervenkitzel der Improvisation. Auch seine Fernseharbeit – von der legendären Show „Dingsda“ bis zu Musikformaten des BR – fließt in die Erzählung ein und zeigt einen Gastgeber, der Menschen mit Geschichten verbindet und Nähe schafft, ohne große Gesten zu benötigen. Ergänzt durch Fotos und persönliche Erinnerungen entsteht ein Porträt eines Lebens, das eng mit der Entwicklung der deutschen Radio- und Fernsehlandschaft verknüpft ist.

Diese Energie war auch im Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski München zu spüren, wo Egner gemeinsam mit dem Kulmbacher Plassen Verlag die Neuauflage seines Buches vorstellte. Rund hundert langjährige Begleiter und Kolleginnen kamen an diesem Abend zusammen, und der warme Glanz des Hauses schuf eine Atmosphäre, die ideal zu Egners Erzählweise passte. Auf der Bühne führte Musikjournalist Alexander Gernandt durch ein Gespräch, das weniger wie ein Interview wirkte, sondern wie ein vertrauter Austausch zweier Menschen, die seit Jahren dieselbe Leidenschaft teilen. Egner erzählte von Backstage-Momenten, überraschenden Wendungen, langen Interviews und Begegnungen, die ihm bis heute ein Lächeln schenken. Das Publikum reagierte mit Staunen, Lachen und jener stillen Aufmerksamkeit, die entsteht, wenn jemand Geschichten so erzählt, dass sie zu Bildern werden.

Der Abend wurde von einer Gästeliste begleitet, die eindrucksvoll zeigte, wie weit Egners Wirkung reicht. Unter anderem waren Franz Prinz von Auersperg, Werner Kimmig, Holm Dressler, Bernie Paul und Thomas M. Stein anwesend. Willy Astor sowie Doris und Günther Sigl kamen ebenso wie Curt Cress und seine Frau Claudia. Auch Sybille Beckenbauer, Otto Retzer mit Frau Shirley, Gabriele Blachnik und Harry Lindmeyer fanden sich unter den Gästen. Schauspielerinnen wie Cornelia Corba und Sophie Adell mischten sich unter das Publikum, genauso wie Johnny Logan, Reinhold Hoffmann und Markus Böker. Darüber hinaus waren Yaris Makkay, Adrian Can, Dunja Siegel, Mario M. Mendrzycki, Leslie Mandoki, Uschi Ackermann, Detlev von Wangenheim und Joe Plakinger vor Ort. Jan Hartmann begleitete seine Frau Julia, während Wolfgang Fierek mit seiner Frau Djamila erschien. Georg Dingler, Sebastian Grebe, Andrea Strigl und Verleger Bernd Förtsch prägten ebenfalls jene vertraute Atmosphäre, in der Gespräche, Erinnerungen und spontane Wiedersehen mühelos ineinander übergingen. Und immer wieder tauchte Charlie Glass auf, der am späteren Abend noch eine besondere Rolle spielen sollte.

Nach dem offiziellen Teil setzte Glass am Steinway Spirio Record einen musikalischen Akzent, der den Raum veränderte. Die Melodien der Künstler, über die Egner in seinem Buch schreibt, erfüllten das Foyer und verwandelten es in einen kleinen Konzertsaal, in dem Stimmen verstummten und ein gemeinsames Lauschen entstand. Die Gäste lehnten sich zurück, ließen Szenen aus früheren Zeiten aufscheinen und erlebten Musik als verbindende Kraft. Das Team des Hotels ergänzte den Abend mit feinen Speisen und unaufdringlichem Service, sodass die Gespräche im Anschluss beinahe nahtlos in eine zweite, intime Veranstaltung übergingen.

Der Abend endete mit jenem Gefühl, das selten entsteht: dass ein Buch nicht nur vorgestellt wurde, sondern eine Lebensgeschichte neu zu schwingen begann. Fritz Egner hat mit Mein Leben zwischen Rhythm & Blues ein Werk vorgelegt, das weit über Erinnerungen hinausreicht. Es ist eine Einladung, Musik wieder als Erlebnis zu begreifen – und als Resonanzraum jener Stimme, die viele seit Jahrzehnten begleitet und deren Geschichten noch lange weitergetragen werden.

Fotos: © Michael Tinnefeld/Agency People Image für Plassen Verlag

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