Aus dem Meer, in den Kreislauf

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Plastik im Mittelmeer ist kein abstraktes Umweltproblem mehr, sondern eine sichtbare Realität, die sich täglich verschärft. Zwischen Italien, Spanien, Griechenland und der Türkei treiben laut Schätzungen rund 1,2 Millionen Tonnen Plastik – Tendenz steigend. Jährlich gelangen weitere 229.000 Tonnen hinzu, was das Mittelmeer zur am stärksten mit Kunststoff belasteten Meeresregion weltweit macht. Genau hier setzt Gravity Wave an, ein Unternehmen aus Spanien, das seit 2020 mit einem innovativen Modell gegen die Plastikflut kämpft. Gegründet von den Geschwistern Amaia und Julen Rodríguez in Pamplona, arbeitet Gravity Wave mit einem Netzwerk aus über 7000 Fischern, Tauchern und Recyclingexperten sowie rund 200 Unternehmen in mehreren Mittelmeerländern zusammen.

Die Idee: Ausgediente Fischernetze, Geisternetze und sonstiger Plastikmüll werden in Häfen gesammelt, geborgen, registriert und recycelt – mit einem transparenten, blockchaingestützten System, das die Rückverfolgbarkeit jedes einzelnen Kilogramms gewährleistet. In 64 spanischen Häfen stehen spezielle Container bereit, um alte Fanggeräte zu erfassen, bevor sie erneut im Meer landen. Mit diesen Maßnahmen hat Gravity Wave bislang mehr als eine Million Kilogramm Plastik aus dem Mittelmeerraum entfernt. Aus dem gesammelten Material entstehen unter dem Label Gravitec® recycelte Rohstoffe, die in verschiedenen Industriezweigen zum Einsatz kommen – darunter Architektur, Möbeldesign und Verkaufsflächenbau. Die wiederverwerteten Kunststoffe gibt es in Form von HDPE- und PP-Granulaten sowie als Paneele in fünf verschiedenen Ausführungen, die sowohl im Innen- als auch im Außenbereich verwendet werden können. Gravitec® HDPE wird vollständig aus Fischernetzen gewonnen, die in Mittelmeerhäfen geborgen wurden, es überzeugt durch Flexibilität und Schlagfestigkeit bei einer CO₂-Einsparung von 76 Prozent. Gravitec® PP besteht zu 100 Prozent aus recycelten Fischereiseilen und spart 83 Prozent CO₂ gegenüber herkömmlichen Kunststoffen.

Die Produkte werden in Spanien hergestellt, und über einen QR-Code kann die Herkunft und Umweltwirkung jedes einzelnen Produkts genau zurückverfolgt werden. Der Ursprung der Initiative liegt in einer Reise Amaia Rodríguez’ nach Südostasien, wo sie erstmals die dramatischen Ausmaße der Meeresverschmutzung mit eigenen Augen sah. Nach ihrer Rückkehr initiierte sie mit ihrem Bruder die Gründung von Gravity Wave, inspiriert durch das Ziel, wirtschaftliches Handeln mit Umweltverantwortung zu verbinden. Das Besondere am Ansatz des Unternehmens ist die Kombination aus Meeresreinigung, Wiederverwertung und der Integration der Materialien in funktionale Wirtschaftskreisläufe. Unternehmen, die sich beteiligen, finanzieren Säuberungsaktionen, integrieren Gravitec®-Materialien in ihre Lieferketten und profitieren gleichzeitig durch eine verbesserte ESG-Bilanz und eine klare Nachhaltigkeitskommunikation.

Marken wie MINI, BMW, B&B Hotels, ISDIN und Lidl haben bereits auf diese Weise mit Gravity Wave kooperiert. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Reinigung der Meere, sondern auch die Entwicklung von Lösungen, die die Einwegkultur langfristig ersetzen können. Gleichzeitig setzt Gravity Wave auf politische und regulatorische Entwicklungen wie das Kreislaufwirtschaftsgesetz in Deutschland oder die europäische Kunststoffstrategie, die klare Anreize für die Nutzung recycelter Materialien schaffen. Für Gravity Wave geht es um mehr als Recycling – es geht um einen Systemwechsel, bei dem Plastik nicht nur entfernt, sondern auch transformiert wird. Der Erfolg des Unternehmens basiert auf Kooperation, Transparenz und einer klaren Vision: ein Mittelmeer, das von Plastik befreit ist – nicht in ferner Zukunft, sondern mit jedem gesammelten Kilo ein Stück mehr im Jetzt. Weitere Informationen unter GRAVITY WAVE

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