Diskreter Luxus auf Norddeutsch – Der Sylter Juwelier Spliedt nun auch in München
Seit über 160 Jahren steht der Name H. Spliedt für feine Uhrmacherkunst, edlen Schmuck und eine Beratungskultur, die auf Vertrauen statt auf Verkaufsdruck setzt. Gegründet auf Sylt, gewachsen in Hamburg, ist das traditionsreiche Familienunternehmen 2025 mit einem exklusiven Showroom in der Münchner Maximilianstraße angekommen – genauer gesagt im zweiten Stock eines stilvoll renovierten Altbaus in der Maximilianstraße 25. Inmitten der wohl renommiertesten Luxusstraße der Stadt, flankiert von Couture-Häusern, Galerien und Traditionshotels, empfängt Spliedt seine Kundschaft nicht in klassischer Schaufensterlage, sondern in einem privaten Refugium – einem sogenannten „Watch and Jewelry Apartment“. Wer hier eintritt, findet sich in einem elegant möblierten Altbauambiente wieder: geöltes Parkett, Designklassiker, Kunst an den Wänden – ein diskreter Rückzugsort für persönliche Gespräche, maßgefertigte Schmuckstücke und die Präsentation ausgewählter Pre-Owned Luxusuhren. Zur Eröffnung feierten Gäste wie Leopold „Poldi“ Prinz von Bayern mit Gattin Uschi, Schauspieler Max von Thun, Filmproduzent Friederich Oetker, die MAC-Mode-Chefin Eveline Schönleber oder Generalkonsul Sergio Maffettone den Start des Hauses in der bayerischen Hauptstadt.







Die Idee dahinter: Luxus neu zu definieren – jenseits von Lautstärke, nah an der Geschichte jedes einzelnen Stücks. Warum gerade gebrauchte Uhren immer gefragter sind, was Nachhaltigkeit mit Haute Horlogerie zu tun hat und worauf es im Zweitmarkt wirklich ankommt, erklärt Delficus Graf Douglas, Geschäftsführung von Juwelier H. Spliedt im Interview.
Was macht Pre-Owned Luxusuhren aktuell so gefragt?
Mehrere Entwicklungen greifen hier ineinander: In unsicheren Zeiten wächst der Wunsch nach werthaltigen Investitionen – und hochwertige Uhren haben sich als äußerst wertstabil erwiesen. Gleichzeitig sind viele Modelle von Rolex, Patek Philippe oder Audemars Piguet neu nur schwer erhältlich. Wer nicht jahrelang warten will, weicht auf geprüfte Secondhand-Uhren aus. Hinzu kommt ein neues Konsumverständnis – vor allem bei jüngeren Käufern: Nachhaltigkeit und Individualität stehen im Fokus, nicht der bloße Neukauf.
Welche Modelle dominieren den Markt?
Ganz klar die Klassiker: Bei Rolex etwa Submariner, Daytona oder GMT-Master II, bei Patek Philippe die Nautilus und Aquanaut, bei Audemars Piguet die Royal Oak. Diese Uhren gelten nicht nur als stilprägend, sondern haben sich auch als krisenfeste Anlageobjekte etabliert. Sie verbinden technisches Erbe mit gestalterischer Ikone – und sind auf dem Markt entsprechend begehrt.
Welche Rolle spielen dabei Seltenheit und Markenimage?
Eine entscheidende. Die genannten Manufakturen produzieren bewusst unter Nachfrage, was die Exklusivität steigert. Hinzu kommt eine unverwechselbare Designsprache und die handwerkliche Qualität, die sich über Jahrzehnte bewährt hat. Wer eine solche Uhr trägt, investiert nicht nur in Zeit – sondern in ein Stück Kulturgeschichte.
Wie reagieren die Hersteller auf den wachsenden Zweitmarkt?
Mit einer bemerkenswerten Öffnung: Rolex beispielsweise hat ein eigenes Certified Pre-Owned Programm gestartet. Damit sichern sie die Authentizität ihrer Uhren und stärken das Vertrauen in gebrauchte Modelle. Für die Branche bedeutet das einen Paradigmenwechsel – weg vom reinen Fokus auf Neuware, hin zur ganzheitlichen Betrachtung des Produktlebenszyklus.
Ist Pre-Owned auch ein Beitrag zur Nachhaltigkeit?
Unbedingt. Eine mechanische Uhr ist ohnehin für Jahrzehnte gebaut. Wer ihr durch einen neuen Besitzer ein weiteres Leben schenkt, handelt ressourcenschonend – ganz ohne Qualitätsverlust. Nachhaltiger Luxus heißt in diesem Fall: weniger Verbrauch, mehr Geschichte.
Wie garantieren Sie bei Spliedt die Echtheit Ihrer Uhren?
Jede Uhr wird von unseren Uhrmachern detailliert geprüft – auf Authentizität, Technik und Originalität. Nur wenn alle Komponenten dem Standard entsprechen und keine Manipulationen vorliegen, wird sie zertifiziert und ins Sortiment aufgenommen. Diese Transparenz schafft Sicherheit für Käufer und Verkäufer.
Wie wichtig ist dabei das Know-how Ihrer Uhrmacher?
Es ist das Fundament. Gerade bei Vintage-Stücken kommt es auf Fingerspitzengefühl an – zum Beispiel, wenn eine schöne Patina erhalten bleiben soll. Ziel ist immer, den ursprünglichen Charakter zu bewahren und zugleich Funktionalität sicherzustellen. Unsere Werkstatt arbeitet streng nach Herstellervorgaben.
Welche Vorteile bietet der Verkauf auf Kommission?
Für viele Eigentümer ist das eine attraktive Option: Sie geben ihre Uhr bei uns in vertrauensvolle Hände, wir übernehmen die Aufbereitung, Präsentation und Kundenberatung. Der Erlös fällt in der Regel höher aus als beim Direktverkauf, weil wir gezielt passende Käufer finden – oft international.
Wie entwickeln sich die Preise für bestimmte Modelle?
Vor allem bei den erwähnten Klassikern sehen wir eine stabile bis steigende Tendenz. Natürlich schwankt der Markt kurzfristig – aber langfristig haben sich Modelle wie die Submariner, die Nautilus oder die Royal Oak als äußerst wertbeständig erwiesen. Für viele ist das mehr als ein Accessoire – es ist ein Wertobjekt mit Zukunft.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Ihre Uhren aus?
Wir achten auf Qualität, Originalität und Nachfragepotenzial. Modelle mit fragwürdiger Servicehistorie oder stark veränderten Teilen lehnen wir ab. Ebenso führen wir keine Fashion- oder Massenmarken. Unser Fokus liegt ganz klar auf mechanischen Zeitmessern mit Substanz – und auf Geschichten, die es wert sind, weitergetragen zu werden.
Weitere Informationen unter H.SPLIEDT Fotos: Agency People Image © Michael Tinnefeld