Kategorie: Trends & Stories

TRADITION UND MODERNE WIDERSPRECHEN SICH NICHT

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Florian Harrer

Ein Stück „Bayerische Gemütlichkeit“: Dr. Michael Möller (links), Direktor des Staatlichen Hofbräuhauses München und rush4 Traditions- und Style-Experte Oliver Rauh (rechts) beim Interview-Gespräch auf dem Brauereigelände.

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Herr Dr. Möller, ab dem 22. September ist das Hofbräu-Zelt für 16 Tage Ihr (zweiter) Arbeitsplatz. Wie erleben Sie als Direktor der Brauerei die Wiesn-Zeit? Ist das Stress pur oder bleibt trotz aller
Termine und Gastgeber-Funktion auch ein Hauch „bayerische Gemütlichkeit“ übrig?

16 Tage Oktoberfest sind vor allem körperlich sehr anstrengend, wobei die Belastung durch die Lautstärke im Zelt die größte Herausforderung ist. Aber die bayerische Gemütlichkeit macht das ertragbar
beziehungsweise lässt einem die Anstrengung gut wegstecken. Für eine „Dauerpräsenz“ auf der Wiesn muss man „gerichtet“ sein, wie man so schön in Bayern sagt. Wie viele Trachten-Outfits haben
Sie in Ihrem Schrank? Darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht. Ich würde aber schätzen, dass ¾ meiner Sakkos und Anzüge der Tracht zuzuordnen sind.

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Dr. Michael Möller ist seit dem Jahr 2000 Direktor des Staatlichen Hofbräuhaus in München.

Die Tracht erlebt ja gerade eine Reminiszenz der Tradition. Begrüßen Sie diesen Trend? Oder dürfte es nach Ihrem Gusto gerne etwas schriller sein?

Ich könnte täglich Tracht tragen. Ich fühle mich darin sehr wohl und immer gut angezogen. Tradition und Moderne widersprechen sich nicht. Ganz im Gegenteil, sie können sich sehr gut ergänzen. Für mich
darf die Tracht in bestimmten Grenzen auch mit der Mode gehen. Gerade bei den Farben, aber auch den Schnitten, genieße ich hier die Abwechslung. So gibt es in meinem Kleiderschrank klassische, absolut
zeitlose Janker in ganz traditionellen Farben neben Trachtenjacken in deutlich auffallenderen Farben. Wichtig ist für mich aber, dass auch bei den der Mode angepassten Designs kein kurzfristiger Modetrend
verfolgt wird.

Wie schaffen Sie es, bei so vielen Wiesn-Besuchen gesund und fit zu bleiben?

Ich befolge einen besonderen und möglichst gesunden Rhythmus während der 16 Tage. Dieser schließt eine bewusst gute Ernährung, genügend Schlaf und ausreichend kurze „Auszeiten“ vom Zeltbetrieb ein.
In diesen suche ich neben etwas Ruhe auch Bewegung und spaziere dann gerne über die Wiesn und genieße es, dem bunten Treiben einfach zuzuschauen. Bei der Ernährung achte ich besonders Vitamine
und Spurenelemente, um nicht gleich vom ersten Grippevirus erfasst zu werden.

Viele Münchner gehen auch aus „geschäftlichem“ Anlass auf die Wiesn. Haben Sie einen Tipp für unsere Leser, wie man am besten einen kühlen Kopf bewahrt und die Standfestigkeit auf der Bank
trotz Bierkonsum nicht „instabil“ wird?

Die richtige Grundlage schaffen, d.h. was G’scheites essen und das Oktoberfestbier genießen, nicht hinunterschütten. Trinkwettbewerbe oder „die Maß auf ex“ trinken, sind ein „no go“.

 

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Besten Dank, Herr Dr. Möller für das Interview. Wir wünschen Ihnen bzw. Hofbräu schon jetzt eine „Rekord-Wiesn und allen Besucherinnen und Besuchern eine vor allem friedliche Wiesn 2018.

 

erstellt am: 19.09.2018

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VIVA MONACO

Oliver Rauh

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